Was ist eine Steadycam?

Die Steadycam einfach erklärt

Eine Steadicam wird nicht-lizenziert auch als Schwebestativ oder Steadycam bezeichnet. Es handelt sich dabei um ein komplexes Halterungssystem für mobile Fernseh- und Filmkameras. Das System ermöglicht das Aufnehmen von verwacklungsarmen Bildern durch einen frei beweglichen Kameramann mit einer Schwebekamera. Dabei nutzen einfache Stabilisierungsstative die Kipp- und Neigestabilität und Trägheit einer großen, am Schwerpunkt gehaltenen Masse. Sie stellen physikalisch gesehen einen zweiseitigen, senkrecht angeordneten Hebel dar. Die Kamera ist an einer der Seiten, am sogenannten Lastarm befestigt und die andere Seite ist der sogenannte Kraftarm als Ausgleichsgewicht. Der Handgriff befindet sich mittig der Verbindung von Kraft- und Lastarm, dem Drehzentrum des zweiseitigen Hebels. Das Ausgleichgewicht setzt sich aus Kontrollmotor, Akku und möglichen Zusatzgewichten zusammen. Es ist so positioniert, dass sich der gemeinsame Schwerpunkt von Ausgleichsgewicht, Kamera und Steadycam im Handgriff befinden. Durch diese Bauweise wird zum einen, ein für den Kameramann schmerzhafter Drehmoment auf das Handgelenk vermieden und zum anderen vor allem das System aus Stabilisierung und Kamera weitgehend von Teilen der Kameramannbewegungen isoliert. Die linearen Bewegungen aus der Hand des Kameramanns führen fast nicht zu Drehbewegungen der Kamera und des Systems. Durch die auseinander geordneten Massen sowie der damit verbundenen hohen Trägheitsmomente wird das „Verwackeln“ der Aufnahmen deutlich reduziert. Gerade die „Wackler“ die durch kleinere Winkelveränderungen der Kamera hervorgerufen werden. Dabei werden Schwenkbewegungen der Hand aber kaum kompensiert. Der Kameramann muss deshalb das ganze Systemgewicht mit einer Hand bewerkstelligen.Steadycam
Neben der Trägheit bewirkt die Steadicam auch die Entkoppelung der unmittelbaren Verbindung System/Kameramann und zu einer Stabilisierung. Das Stativsegment ist hierbei oberhalb des Schwerpunkts lediglich über eine Aufhängung mit dem Kameramann verbunden. Unbeabsichtigte Drehbewegungen werden dadurch bestmöglich vom Kamerasystem ferngehalten. Zu schnelle, aber beabsichtigte Schwenks werden über größere Radien in der Gegengewicht-Anordnung kompensiert. Das Systemzusatzgewicht wird über einen beweglichen, speziellen Tragarm mit einer Tragweste verbunden, welche das Gewicht aufnimmt. Dieser isoelastische, gefederte Tragarm entkoppelt weitgehend die senkrechten Komponenten bei Laufbewegungen des Kameramanns. Die Steadicam kann auch parallel, seitlich zur Kameramann-Rumpfachse ausgeschwenkt werden. Über die Weste wird der dabei auftretende Drehmoment auf die Wirbelsäule des Kameramannes verlagert. Es werden störende Kameradrehungen vermieden. Für den Kameramann bedeutet dies eine schmerz- und ermüdungsarme sowie kräftefreie Handhabung.

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